In acht Monaten zu den National Open Chess Championships – Meine Schach-Journey
Manchmal genügt ein kleiner Funke, um eine Leidenschaft zu entfachen. Bei mir war es die Netflix-Serie „The Queen’s Gambit“, die mich im November 2024 dazu brachte, mit Schach anzufangen – mit 26 Jahren, ohne frühere Förderung oder Turniererfahrung.
Wie alles begann
Die Serie hat mich so inspiriert, dass ich dachte: „Warum sollte man nicht auch als Erwachsene einfach neu anfangen?“ Schnell habe ich gemerkt, dass Schach viel mehr ist als nur ein Brettspiel – es geht um Strategie, Geduld, Vorausplanung und Konzentration. Diese Mischung hat mich sofort gepackt.
Mein Weg bis nach Las Vegas
Von Anfang an habe ich mir das Ziel gesetzt, nicht nur gelegentlich zu spielen, sondern wirklich ernsthaft zu lernen. Ich habe jeden Tag trainiert, Partien von Großmeistern angeschaut, Bücher gelesen, Videos studiert und so viel wie möglich gespielt.
Und so kam es, dass ich bereits acht Monate später im Juni 2025 bei den National Open Chess Championships in Las Vegas an den Start ging – meinem ersten großen Schachturnier überhaupt. Dort trafen sich über 1000 Teilnehmer aus aller Welt, darunter viele erfahrene Turnierspieler. Das Turnier war in verschiedenen Kategorien aufgeteilt, und ich entschied mich, im Open-Feld zu spielen – also dort, wo die stärksten Gegner antreten.
Meine Erfahrung beim Turnier
Ich war eine von sehr wenigen Frauen im Feld, und natürlich war es nicht leicht. Ich hatte kein internationales Rating und stand Spielern gegenüber, die seit Jahren oder sogar Jahrzehnten aktiv Turniere spielen. Meine Ergebnisse waren daher bodenständig – aber für mich ging es gar nicht darum, gleich vorne mitzuspielen.
Mein Ziel war es, Erfahrung zu sammeln, zu sehen, wie ein so großes Turnier abläuft, und von den Besten zu lernen. Und genau das habe ich erreicht. Jede Partie war für mich eine Lektion, jeder Gegner eine Gelegenheit, etwas Neues mitzunehmen.
Medienresonanz
Besonders gefreut hat mich, dass meine Reise auch über Schach hinaus Aufmerksamkeit gefunden hat. Unter anderem haben Ultima Hora, das Mallorca Magazin, Medien in Südkorea, SWR3 und Radio Seefunk über mich berichtet. Das war für mich eine zusätzliche Motivation und ein schönes Zeichen, dass mein Weg auch andere inspiriert.
Mein Blick nach vorn
Für mich war dieses Turnier eine riesige Erfahrung, die mir gezeigt hat, wie viel ich noch lernen kann – und wie spannend dieser Weg ist. Es war eine Ehre, in Las Vegas dabei zu sein und gegen so starke Spieler antreten zu dürfen.
Ich nehme sehr viel daraus mit, bleibe mit Freude und Disziplin am Training – und plane fest, im nächsten Jahr wieder bei den National Open anzutreten. Es ist der Anfang einer langen Reise, und ich bin gespannt, wohin sie mich noch führen wird.
👉 Am Ende zählt für mich nicht nur das Ergebnis, sondern dass ich mutig den Schritt gemacht habe und jetzt voller Motivation weitermache.
Photograph by Tim Hanks
